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Umfassende Informationen und Hinweise zur Hilfe gibt die Broschüre "Mutig fragen - besonnen handeln" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Wesentliche Elemente aus dieser Broschüre finden Sie auch unter den Rubriken "Mutig fragen" auf dieser Website.
Die Komplettversion dieser Broschüre steht unter der Rubrik "Informationsmaterial" zum Download zur Verfügung.
Eine Printversion können Sie bestellen über www.bmfsfj.de
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Die Vorstellung, ein Kind könnte sexuell missbraucht werden, ist schrecklich und verursacht nicht selten unbändige Wut. In der ersten Verwirrung werden daher oft Schritte unternommen, die für die Mädchen und Jungen nicht hilfreich sind. Daher einige Tipps für den Umgang mit einem Verdachtsfall:
- Glauben Sie dem Kind
- Überlegen Sie erste Schritte, die einen Schutz darstellen
- Bleiben Sie ruhig, auch wenn es schwer fällt
- Bleiben Sie nie allein mit Ihrem Verdacht, holen Sie sich fachlichen Rat und persönliche Unterstützung in einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe
- Übereilen Sie nichts, z.B. mit einer Anzeige
Wie wirkt sich sexuelle Gewalt aus?
Sexuellen Missbrauch erleben Mädchen und Jungen als extremes, überflutendes Ereignis, dem sie nicht ausweichen können. Fachleute sprechen hier von einem Trauma, einer seelischen Verletzung. Es ist mit Gefühlen der Angst, der Erregung, Hilflosigkeit und eventuell auch mit heftigen körperlichen Schmerzen verbunden.
Die akute Missbrauchssituation wird von Mädchen und Jungen wie ein sich ständig wiederholender Unfall erlebt, an den sie sich oftmals überhaupt nicht mehr oder nur bruchstückhaft erinnern können. Manchmal bleibt die Erinnerung auch für immer verschüttet. Den Kindern fehlt jede Abwehrmöglichkeit. Sie wissen nicht, was sie tun sollen und können das Geschehen nicht einordnen. Kinder können sexuelle Gewalterfahrungen nicht allein verarbeiten.
Spezielle Symptome für den sexuellen Missbrauch gibt es nicht. Häufig leiden die betroffenen Kinder unter einer Reihe psychosomatischer Beschwerden, Ängsten und starken Stimmungsschwankungen. Von einem Augenblick auf den anderen sind sie ohne ersichtlichen Grund traurig, ängstlich, wütend oder schämen sich. Weitere Folgeerscheinungen können zum Beispiel Ein- und Durchschlafprobleme, chronische Erschöpfung, Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsschwäche sein.
Andere Kinder wiederum zeigen weder kurz- noch langfristig Folgeerscheinungen, was aber nicht heißt, dass später eintretende Störungen völlig ausgeschlossen sind.

Entscheidend für Kinder ist, dass ihnen geglaubt wird, dass sie geschützt werden und Hilfe bei der Bewältigung des Erlebten erfahren. Untersuchungen zeigen, dass eine Reihe von schützenden Einflüssen die schädigende Wirkung belastender Lebensereignisse abschwächen oder ausgleichen kann. Dazu gehören unter anderem zärtliche, emotional zugewandte Eltern oder Bezugspersonen, stabile soziale Kontakte sowie fachliche Beratung beziehungsweise Therapie nach traumatischen Erlebnissen.
- Glauben Sie ihrem Kind, wenn es von sexuellen Übergriffen erzählt.
- Versichern Sie Ihrem Kind, dass es keine Schuld hat und niemand so etwas mit ihm machen darf.
- Signalisieren Sie Ihrem Kind, dass es über das Erlebte sprechen darf, aber drängen Sie es nicht und fragen Sie es nicht aus.
- Machen Sie dem Kind keine Vorwürfe, dass es nicht sofort vom Missbrauch erzählt hat.
- Loben Sie Ihr Kind, wenn es vom Missbrauch erzählt.
- Rechnen Sie damit, dass Sie die Täterin oder den Täter kennen, stellen Sie ihn aber nicht als Erstes zur Rede – sie oder er wird ohnehin erst einmal alles abstreiten oder in ein anderes Licht rücken.
- Überlegen Sie gemeinsam mit ihrem Kind erste Schritte (beispielsweise "Du musst da nicht mehr hin, wir suchen einen neuen Klavierlehrer.")
- Holen Sie sich Rat von Fachleuten; gehen Sie gemeinsam mit ihrem Kind zu einer Beratungsstelle.

Wie können Kinder gestärkt werden, um nicht als potenzielle Opfer zu erscheinen?
Mütter und Väter, überhaupt jeder Erwachsene kann viel dazu beitragen, Mädchen und Jungen vor sexueller Gewalt zu schützen. Dies fängt schon bei der Erziehungshaltung an. Basis jeder Vorbeugung ist, Kinder mit ihren jeweiligen Eigenheiten, ihrem eigenen Willen und ihrem Wunsch auf Selbstbestimmtheit ernst zu nehmen. Schließlich weiß man heute, dass Mädchen und Jungen, die ein starkes Selbstbewusstsein mitbringen und sich schon gegen kleinere sexuelle Übergriffe zur Wehr setzen, aus Tätersicht keine geeigneten Opfer sind.
Anders sieht es bei Kindern und Jugendlichen aus, die erste Grenzverletzungen stillschweigend und beschämt hinnehmen. In solchen Fällen fühlen sich Täterinnen und Täter herausgefordert und steigern das Ausmaß sexueller Gewalt immer mehr.
Ganz wichtig daher: Eltern sollten ihre Kinder darin bestärken, ihre individuellen Grenzen zu ziehen: Sie sollten sich auch bei scheinbar unwichtigen Angelegenheiten wehren dürfen - das kann schon das ungewollte Küsschen der Tante sein.

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Melanie hat es gründlich satt! |

Eltern sollten ihrer Tochter vermitteln, dass sie ernst genommen wird und dass man ihr etwas zutraut. Sie braucht von beiden Elternteilen Anerkennung und Unterstützung, als eigene Persönlichkeit mit ihren ganz spezifischen Fähigkeiten und nicht nur weil sie süß und brav oder attraktiv ist. Sie soll wissen: Mädchen sind nicht dazu da, diverse Bedürfnisse von Männern zu erfüllen.
Da sich ein Mädchen in erster Linie am Verhalten der Mutter orientiert, ist es entscheidend, wie selbstbewusst die Mutter als Frau auftritt und wie deutlich sie ihre eigenen Grenzen zieht. Mütter sollten Mädchen dazu ermutigen, über ihren Körper selbst zu bestimmen.
Väter wiederum müssen im Kontakt mit ihrer Tochter sensibel Signale wahrnehmen. Hierzu gehören nicht nur ein verbales "Nein", sondern auch andere, durch Körpersprache ausgedrückte Abwehrhaltungen.

Jungen und männliche Jugendliche brauchen greifbare männliche Bezugspersonen: engagierte Väter, männliche Erzieher in der Vorschule oder Grundschullehrer, die ihnen als positive Vorbilder soziale Werte und Umgangsformen vorleben.
Viele Jungen werden erzieherisch immer noch intuitiv in männliche Rollenmuster gedrängt. Dabei leiden Jungen unter dem Anspruch, immer stark sein zu müssen. Für sie sind emotionale und körperliche Zuwendung genauso wichtig wie für Mädchen.
Wichtig ist es, ihnen zu vermitteln, dass auch sie sich schwach zeigen, Ängste formulieren und Hilfe annehmen dürfen. Jungen sind hier oft besonders zurückhaltend.

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